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Mein Abschied von den tschechischen MiG-21

(Text und Fotos: Autor)

Nachdem es mir im Frühjahr 2004 gelungen war, gute Kontakte zu den offiziellen tschechischen Stellen aufzubauen und so die Genehmigung für diverse Besuche zu erhalten, gestaltete sich die Zusammenarbeit seit dem Manöver Flying Rhino im September 2004 zunehmend schwieriger. Trotz vielfältiger Versuche kam kein offizieller Besuchstermin mehr zustande. Die Begründung dafür lautete, daß kein planmäßiger Flugbetrieb mehr durchgeführt würde, sondern ausschließlich das DHS zu unregelmäßigen Zeiten starte. Um so interessanter war die in diesem Zusammenhang gefallene Bemerkung, daß diese Starts - drei an der Zahl - an jedem (!) Wochentag durchgeführt würden. So reifte der Entschluß, an einem sonnigen Samstag im November nach Čáslav zu fahren und dort im Anflug auf das DHS zu lauern. Nach sechs Stunden Warten bei recht frischen Temperaturen war jedoch klar, daß wohl doch nicht an jedem Tag geflogen wurde - zumindest nicht an diesem. Angesichts dieser Ernüchterung und mehr als 800 umsonst gefahrenen Kilometern verstrichen vier Monate, bis ich - unter dem Eindruck der ständig wiederholten Behauptung von den drei täglichen Flügen - am 25. und 26. März 2005 einen zweiten Versuch wagte, der dann von Erfolg gekrönt war (siehe unten).

Von da an trieb es mich immer öfter auf den beschwerlichen - weil zu großen Teilen über Landstraßen führenden - Weg nach Čáslav. Schließlich war dies die letzte Gelegenheit, fliegende MiG-21 weniger als eine Tagesreise von zu Hause in Aktion zu erleben. Nachdem ich anfänglich versuchte, meine Anwesenheit in Flugplatznähe zu verbergen, wurde ich später - da augenscheinlich niemand von mir Notiz nahm - immer mutiger. Hatte ich bei den ersten Besuchen mein Auto möglichst weit vom Flugplatz abgestellt und war hinter Bäumen und Büschen zum Anflug gelaufen, fuhr ich bei den letzten Ausflügen mit dem Auto von einer zur anderen Seite des Platzes und parkte direkt unter der Flugbahn der startenden und landenden Maschinen. Schöner Nebeneffekt des immer verfügbaren Autos waren eine Heizung an kalten und die Klimaanlage an den heißen Tagen, ein Radio und ein bequemer Sitzplatz.

Was es zu sehen gab, war die Mühen der Anreise wert: während die täglichen beiden Paarstarts vergleichsweise unspektakulär verliefen, waren die Minuten vor der Landung immer spannend. Mal gab es einen oder mehrere tiefe Überflüge über die Bahn, mal enge Kurven über dem Platz. Wenn eine Maschine landete, zog die zweite meist nochmals im Tiefflug über den Platz. Manchmal wurde nach dem Aufsetzen wieder durchgestartet, einmal erfolgte sogar der Anflug in entgegengesetzten Richtungen. Und immer war es aufregend, denn weder bei den Startzeiten noch bei Flugdauer, "Show-Einlagen" und Anflugverfahren ließ sich irgendeine Regelmäßigkeit erkennen.

Drei Monate dauerte dieser, mein ganz besonderer Abschied von den tschechischen MiG-21. Die Übernahme des DHS durch die JAS-39 Gripen am 1. Juli 2005 läutete das Ende dieser schönen Zeit ein. Höhe- und Schlußpunkt war dann schließlich der
MiG-21-Abschied in Cáslav am 12. Juli, nachdem zuvor schon beim Tag der offenen Tür dem Publikum eine tolle Show geboten worden war.

Nachfolgend ist die gesamte digitale Ausbeute von rund 10.000 gefahrenen Kilometern und 16 Tagen Warten zu sehen - unbearbeitet, aber natürlich ohne die komplett mißlungenen Fotos. Daß die Bilder fast alle bei relativ schlechten Wetter aufgenommen wurden, hat seinen Grund: zu diesem Zeitpunkt habe ich bei Sonnenschein noch der klassischen Fotografie den Vorzug gegeben. Da mir die Muße fehlt, diese Bilder auch noch einzuscannen, sei die Auswahl auf die digital festgehaltenen Motive beschränkt - der Umfang ist auch so schon recht beachtlich.

Nachtrag vom 10.12.2009: auch die analogen Bilder sind jetzt hier verfügbar - siehe ganz unten.

 

25. und 26.3.

   

2. und 3.4.

   

1.5.

   
   

7.5.

11.5.

   

14. und 15.5.

   

22.5.

   

4. und 5.6.

11.6.

   

18. und 19.6.

25. und 26.6.

Undatierte analoge Aufnahmen März bis Juni 2005